Pünktlich um 10 Uhr versammelten sich um die 100 Revolutionäre auf dem Lohbrügger Marktplatz und stellten sich in Reihen auf. Der revolutionäre Block bestand aus uns und dem Ernst-Henning-Gedenk-Block, der den 1931 von Nazis ermordeten Kommunisten aus Bergedorf ehrte. Vor Ort reihten sich spontan noch weitere Genossen ein. Mit zahlreichen roten Fahnen ging es unter der Parole „Unser Viertel, unsere Klasse – Kampf dem Kapital!“ durch die Bergedorfer Innenstadt.
Wir trugen unser Banner mit der Parole „Als Klasse kämpfen, als Klasse siegen!“, rote Fahnen, eine Palästinaflagge und unser Symbol, Hammer und Sichel, über unseren Köpfen.
Der Block rief Parolen wie „Missbrauch, Party und viel Geld – bis die Guillotine fällt!“ und „Deutsche Medien lügen – lasst euch nicht betrügen!“ und brachte die Wut auf dieses System zum Ausdruck, in dem eine Minderheit auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung in perversem Reichtum lebt und mit ihre Propaganda dafür sorgt, dass wir, statt uns gegen sie aufzulehnen, gegeneinander Krieg führen.
Lautstark wurde zudem Solidarität mit den unterdrückten Völkern bekundet: „Viva, viva Palästina!“ und „Trump, Merz, Netanjahu, Pahlavi – Befreiung durch solche gab es noch nie!“ schallte durch die Straßen. Der Kampf des palästinensischen und iranischen Volkes gegen den US-Imperialismus und Israel zeigt uns vorbildlich den Mut und die Entschlossenheit, den die Massen gegen ihre Unterdrückung aufbringen können, wenn sie sich zusammentun!
Die Demonstration war mit mehr als 550 Leuten seit Jahren die größte in Bergedorf. Damit reiht sie sich in alle anderen Demos an diesem Kampftag der Arbeiterklasse ein, die allesamt größer waren als die Jahre zuvor.
Nach einer Mittagspause, in der wir gemeinsam grillten und uns in der Sonne erholten, ging es raus aus unserem Viertel, zusammen zur großen revolutionären 1. Mai Demo in Altona.
Mit Aufruhr im Herzen und einer soliden Vorbereitung auf alle Eventualitäten im Kopf, kamen wir rechtzeitig zur Demo an. Es stellte sich leider heraus, dass man noch einige Stunden warten musste, da das Konzert länger ging als erwartet. Als sich dann endlich aufgestellt wurde, reihten wir uns mit ca. 30 Genossen in den internationalistischen Block ein.
Mit der absurden Begründung, die Demo bestünde aus zu vielen Leuten, ließ die Polizei diese einige Zeit nicht loslaufen, änderte die vereinbarte Route (wie bereits im Vorfeld) nun spontan noch einmal und schränkte damit das Versammlungsrecht ein. Dieses Recht scheint nur zu gelten, solange die Demo unbedeutend und klein bleibt, wird man aber zu einer echten Kraft, werden uns unsere Rechte sofort genommen.
Es hat der Moral nicht geholfen, dass die Menschen, die zu einer kämpferischen Demo wollten, erst mal mehrere Stunden auf einem Konzert ausharren mussten. Das Konzert vor der Demo zu veranstalten, zog außerdem besoffenes Partyvolk an, das die Demonstration dann auch aktiv gestört hat. Der 1. Mai ist der Kampftag der Arbeiterklasse und als solcher sollte eine Demonstration im Vordergrund stehen, Party machen kann man danach immer noch.
Außerdem wurden anti-imperialistischen Kräften von der Demoleitung das Zeigen der Iran-Flagge untersagt, was im Angesicht von einem mörderischen Krieg des US-Imperialismus und Israels auf den Iran ein großer Fehler ist. Moralistisch kommen manche Linke wieder einmal daher und schaffen es, sich von den Kämpfen der Massen zu distanzieren.
Die Demonstration konnte sich trotz der Schikane am Ende durchsetzen und zog kämpferisch mit tausenden Leuten bis zur Reeperbahn. Diese große Demo aus Leuten, die diesem System den Kampf ansagen, ist trotz allem ein Hoffnungsfunke in diesen unruhigen Zeiten.
Wir merken alle, dass die friedlichen Zeiten vorbei sind, dass die Politiker zum Krieg trommeln und wir es an den Zapfsäulen bezahlen dürfen. Dass wir für die Aufrechterhaltung ihres Reichtums auf umfassende Gesundheitsversorgung verzichten sollen, uns für immer niedrigeren Lohn kaputt schuften, nur um dann in der Rente Flaschen sammeln zu müssen. Wir merken, dass die weltweite Kapitalistenklasse sich immer verzweifelter um ihre Ordnung bemüht und die Repression und ihre Propaganda zunimmt.
Aber wir merken auch, dass immer mehr Menschen dies nicht mehr hinnehmen, sich abwenden von einem passiven Leben in Ungewissheit und sich dem revolutionären Kampf anschließen.
Wenn wir uns organisieren, wenn wir als Klasse kämpfen, dann werden wir auch als Klasse siegen!
Bericht vom 1. Mai 2026 in Hamburg

