1. Mai 2026: Unser Viertel, unsere Klasse, Kampf dem Kapital!

Freunde, Nachbarn, Kollegen, Genossen!

Es wird Zeit, dass sich etwas ändert. Jeden Tag schuften wir bis zum Umfallen, um dann mit den wenigen Stunden Freizeit nichts anfangen zu können, außer noch den Haushalt zu schmeißen oder vor dem Bildschirm zu versauern und uns abzulenken. Diejenigen von uns, die noch zur Schule gehen, werden dort schon auf dieses Leben in der kapitalistischen Konkurrenz vorbereitet. Wir machen den Rücken krumm, aber wir haben nichts davon: gehen wir irgendwann in die Rente, bleibt uns nur noch mehr Einsamkeit und kaum genug Geld zum leben.

Der deutsche Kanzler will die BRD jetzt wieder auf Vordermann bringen. Mit der größten Armee Europas soll Deutschland wieder „etwas von Machtpolitik verstehen“ und „unsere Werte in der Welt verteidigen“. Dafür müssen wir nur alle noch etwas härter arbeiten. Währenddessen wird uns immer klarer, wie verdorben die Reichen und Mächtigen wirklich sind, was sie mit ihrem vielen Geld so anstellen und was man auf ihre „Werte“ geben kann.

Wir arbeiten für einen Hungerlohn für Unternehmen, deren Spitze sich ein feines Leben macht. Wir zahlen von unserem Hungerlohn wiederum die Hälfte an unseren Vermieter, dem der ganze Block gehört und der sich einen Dreck dafür interessiert, dass es in unserer Wohnung schimmelt. Als Frauen dürfen wir noch unbezahlt den Haushalt schmeißen. Wir werden in den Geschäften überhäuft mit Waren, die kaputt gehen sobald man sie einmal benutzt, wir müssen uns von vergiftetem Essen ernähren, und zu allem Übel kommt noch, dass wir nicht wissen, ob wir bald wieder gegen unsere Klassengeschwister in den Krieg ziehen müssen, denen es genau so geht wie uns.

Erklärt wird uns unser Elend, indem auf den Migranten gezeigt wird, der entweder zu faul sein soll zum Arbeiten, oder uns den Arbeitsplatz wegnimmt, aber auf jeden Fall nicht hierher gehört! Dabei wollen die meisten dasselbe wir wir alle: in Frieden und Freiheit leben und nicht von der Gesellschaft vergessen in Containern vor sich hin existieren. Stattdessen werden Deutschkurse gestrichen und uns damit die Möglichkeit genommen sich zu vereinen und zusammen zu kämpfen. Die rassistische Spaltung wird von der Regierung und den Medien bewusst gefördert, denn zusammen sind wir stärker.

Alle Errungenschaften, der Achtstundentag, das Streikrecht, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, all das ist gemeinsam hart erkämpft worden. Doch es kann uns jederzeit wieder weggenommen werden. Denn das Interesse der Kapitalisten ist, dass wir für sie den maximalen Profit erwirtschaften. Das merkt jeder auf der Arbeit: es soll immer schneller und mit weniger Leuten gehen und hauen wir mal richtig rein, gibt es trotzdem keine Pause! Denn es gibt kein Genug beim Profit. Unser Lohn kann gar nicht niedrig genug sein und unsere Ausbeutung nicht intensiv genug. Der Wohlstand des Kapitalisten hängt davon ab – und er hat die Macht, denn er besitzt die Produktionsmittel, die wir brauchen, um überhaupt arbeiten zu können.

Um unsere Interessen zu verteidigen, müssen wir uns ständig wehren. Tun wir das gemeinsam, vereint mit unseren Kollegen, haben wir auch Erfolg und unser Arbeitsalltag wird etwas erträglicher.

Doch wir wollen mehr. Wir wollen mehr als unser ganzes Leben ertragen zu müssen, für den Wohlstand der Kapitalisten zu schuften. Wir wollen, dass diejenigen die die Arbeit machen, auch bestimmen wie gearbeitet wird und was produziert wird. Denn wenn der Profit eines Anderen nicht mehr der Zweck der Produktion ist, dann können wir arbeiten, ohne uns kaputt zu machen. Dann können wir mit mehr Leuten in kürzerer Zeit mit der Arbeit fertig werden und unsere freie Zeit ohne Erschöpfung nutzen. Dann können wir Dinge produzieren, die wir wirklich brauchen und die ewig halten und von denen jeder bekommt was er braucht. Dann können wir lernen, wie Prozesse funktionieren und uns die Zeit nehmen unsere Arbeit vorher selbst zu planen.

All das ist nur möglich, wenn die Arbeiterklasse sich die Produktionsmittel aneignet. Wir brauchen die Bonzen nicht, die an unserer Arbeit schmarotzen. Es wird ein harter Kampf, doch wir können nur gewinnen!

Macht Schluss mit einem Leben voller Frust und lasst eure Wut zu Taten werden. Kommt am 1. Mai in Bergedorf mit uns auf die Straße, zeigt dem Viertel, dass es einen Kampf zu kämpfen gibt.

Revolutionärer Block auf der DGB-Demo in Bergedorf
10 Uhr Lohbrügger Marktplatz