Bericht zur Nakba Demo in Hamburg

Die Nakba Demo fand dieses Jahr als Höhepunkt des einwöchigen „Bridges of Resistance Camp“ in Hamburg statt.

Eine Woche lang fanden Vorträge statt, war Raum für Vernetzung unterschiedlicher Bewegungen, es wurde gemeinsam musiziert, getanzt, gegessen.

Das Camp hat gezeigt, was für eine Bedeutung so ein Raum für die Bewegung hat und die Kundgebung am Freitag vor der „roten“ Flora hat nochmal deutlich gemacht, dass die anti-imperialistische Bewegung es nicht länger akzeptiert buchstäblich im Regen zu stehen. Viele Genossen haben wieder davon geträumt, in Hamburg ein Haus zu haben, in dem dauerhaft Leute sind, wo Debatten solidarisch geführt werden und die Bewegung zusammenkommt.

Am Samstag fand die Demonstration zum Jahrestag der Nakba statt. Die Nakba bezeichnet die ethnische Säuberung der Palästinenser, die mit der Staatsgründung Israels einherging. Jedes Jahr gibt es traditionellerweise eine große Demonstration in Berlin, dieses Jahr wurde nach Hamburg mobilisiert, was den Ausdruck der Demo entscheidend prägte, denn in Hamburg wird in der Regel braver auf die Straße gegangen. Vom Lautsprecherwagen wurde sich von einigen auch sehr darum bemüht, die Menge in Zaum zu halten, während es sich andere und vor allem in der Demo viele nicht nehmen ließen eigenständig Parolen anzustimmen und radikale Forderungen aufzustellen.

Die Demo begann an den Landungsbrücken mit mehreren Tausend Menschen. Mit unserer Hammer und Sichel Fahne reihten wir uns gemeinsam mit iranischen Genossen in die Demo ein. Die schiere Menge an Iran Flaggen brachte die standfeste Solidarität des iranischen Volkes mit dem palästinensischen Befreiungskampf zum Ausdruck. Da auf der 1. Mai Demo die iranische Flagge verboten wurde, war es vielen ein Anliegen, die Gelegenheit zu nutzen und so waren fast mehr Iranflaggen zu sehen als Palästina Flaggen. Es war Ausdruck von genau der Verbindung von Kämpfen, welches sich das Camp auf die Fahne geschrieben hatte. Der aktuelle Kampf des iranischen Volkes gegen den US-Imperialismus und Israel stellte sich an die Seite des Kampfes des palästinensischen Volkes und sagte: Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker vereinigt euch!

Doch diese Parole wird von einigen linken Kräften in Hamburg bis jetzt nicht verstanden. So kam es zu Beginn der Demo zu einem Angriff auf einen iranischen Genossen. Kräfte der Komala (Kommunistische Partei Irans) und des roten Aufbaus störten sich an den Iranflaggen und aus ihren Reihen wurde einem iranischen Genossen seine Fahne entrissen, wobei er an der Hand verletzt wurde. In dem Zuge kam es zu Gerangel zwischen den Demonstranten und zu Festnahmen durch die Polizei.

Hier zeigt sich, dass der Rote Aufbau, wenn er nicht die Führung über eine Demonstration innehat, keinerlei Respekt vor den demokratischen Arbeitsmethoden in der anti-imperialistischen Bewegung hat und aus der Schwäche heraus zu Gewalt greift, bzw. diese gutheißt. Hier wird keine demokratische Auseinandersetzung geführt, sondern in arroganter linker Manier moralisch abgeurteilt. Hinterher noch die fehlende Solidarität mit Verhafteten zu kritisieren ist, angesichts der Eskalation gegenüber den Demonstranten durch sie selbst, ein Witz.

Der Antiimperialismus der Massen in unterdrückten Nationen ist der Kampf um die Selbstbestimmung der Nation, das Zeichen des Widerstandes gegen Balkanisierung und imperialistische Unterdrückung im Iran ist die Iranflagge. Die Demonstration war ein großartiges Symbol für den vereinten Kampf der unterdrückten Völker gegen den Imperialismus und gegen Spaltung im Volk.

Die Demo zog mit kämpferischen Parolen durch die Innenstadt und endete am Camp, wo wir bei strömenden Regen nochmals lautstark Parolen skandierten, während sich die Bullen eilends unter einer Bushaltestelle in Sicherheit brachten.

Die Erinnerung an die Nakba wurde würdig begangen, nicht in Verzweiflung, sondern im Kampf, nicht in der Isolation, sondern kollektiv. Jetzt heißt es sich weiter zu organisieren, in der Bewegung die ideologische Einheit durch ehrliche Debatten voranzutreiben und den Leuten, die das Camp jetzt schon vermissen Räume zu erkämpfen.

Die Rebellion der unterdrückten Völker ist gerechtfertigt!

Hoch die internationale Solidarität!

Intifada, Revolution!